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Ziele und Strukturen des
Talente- und Sichtungskaders

In nahezu jeder Sportart werden talentierte, junge Sportler gezielt gefördert um ihnen eine rasche Leistungssteigerung und damit ein rasches Erreichen eines sehr hohen Leistungsniveaus zu ermöglichen – im Schiedsrichterbereich ist dies nicht anders.

Talente- und Sichtungskader:

Die Aufgabe der Erfassung und Förderung junger, talentierter Schiedsrichter übernimmt der Talente- und Sichtungskader. Dieser hat in Niederösterreich bereits jahrzehntelange Tradition und orientiert sich seit dem Jahr 2004 an einem österreichweit einheitlichen Konzept zur Talenteförderung.

Ziel:

Das übergeordnete Ziel der Talenteförderung ist es, einen Schiedsrichter dorthin zu bringen wozu er fähig ist. Die Talenteförderung in Niederösterreich hat daher die Aufgabe junge Schiedsrichter mit entsprechendem Entwicklungspotenzial zu erfassen, gezielt zu betreuen, anzuleiten und letztlich zu beurteilen um sie – je nach ihren individuellen Fähigkeiten – in die Spitzenklassen des Landesverbandes zu führen. Zudem werden aus dem Kreis des Talentekaders besonders geeignete Schiedsrichter als Kandidaten für die Bundesliga-Bewerbe nominiert.

Sichtungskader:

Entsprechend der genannten Zielsetzung ist die Talenteförderung in Niederösterreich zweistufig aufgebaut. Anhand des Alters, der Ergebnisse bei Lauf- und Regeltests sowie von Beobachtungen werden Schiedsrichter mit entsprechendem Potenzial kurz nach deren Aufnahme in das Kollegium erfasst und in einem Sichtungskader zusammengefasst. Diese Kollegen sind sehr jung, gehören unteren Leistungsklassen an und müssen bei ihren Spielleitungen noch entsprechendes schiedsrichterliches Lehrgeld zahlen. Mit diesen Schiedsrichtern muss noch in allen Bereichen – Regelauslegung, Disziplinarkontrolle, Stellungsspiel, Persönlichkeit, etc. – gearbeitet werden.

Talentekader:

Schiedsrichter, die sich im Rahmen dieses Lernprozesses gefestigt und damit bereits höhere Leistungsklassen erreicht haben, benötigen dann eine vollständig andere Betreuung. Sie werden in einem Talentekader zusammengefasst und erhalten in diesem den Feinschliff in Vorbereitung auf eine mögliche Qualifikation als Schiedsrichter für die Bundesligabewerbe.

Förderung, Betreuung, Schulung.

Einsatzbereitschaft
Die wesentlichste Voraussetzung für die Zugehörigkeit zum Talente- und Sichtungskader ist eine außerordentlich hohe Einsatzbereitschaft. Von jedem Mitglied des Kaders wird erwartet dass diese Einsatzbereitschaft bei jeder Spielleitung, bei jeder Leistungsüberprüfung, bei jeder Schulung und bei jedem Training unter Beweis gestellt wird. Daneben sind Kritikfähigkeit, Lernbereitschaft, ein hoher Zeiteinsatz sowie ein untadeliges Verhalten Voraussetzung für die Zugehörigkeit zu den Kadern.

Persönliche Betreuung
Alle Schiedsrichter die bereit sind, die oben genannten Voraussetzungen zu erbringen werden individuell und intensiv betreut. Jedem Schiedsrichter wird ein persönlicher Betreuer zur Seite gestellt. Dieser ist bei Fragen, Problemen oder ähnlichem der erste Ansprechpartner für den Referee. Er soll ihn betreuen, anleiten und so zu einer kontinuierlichen Leistungssteigerung beitragen.

Beobachtungen
Alle Schiedsrichter des Talente- und Sichtungskaders werden mehrmals pro Halbsaison von ihrem Betreuer oder einem anderen ausgewählten Beobachter bei Spielleitungen beobachtet. Die Spiele werden dabei gezielt nach den Fähigkeiten der Schiedsrichter ausgewählt, sodass diese kontinuierlich gefordert, allerdings nicht überfordert werden. Nach jeder Spielleitung findet eine ausführliche Nachbetrachtung statt, in der Beobachter und Schiedsrichter die Spielsituationen besprechen, positive Aspekte herausarbeiten und Verbesserungsmöglichkeiten diskutieren. Fallweise wird diese Analyse durch Videoaufzeichnungen unterstützt. Eine derart intensive Spielanalyse ist zwar zeitaufwendig aber für eine schnelle Leistungssteigerung von immenser Bedeutung.

Trainings und Schulungen
Neben den gemeinsamen und individuellen Trainingseinheiten finden mehrmals pro Halbjahr Schulungsveranstaltungen zu verschiedensten Themenbereichen statt. Neben regeltechnischen Fragen werden dabei auch Themen wie Englisch, Persönlichkeits-entwicklung, Umgang mit Spielern, Konfliktmanagement, usw. besprochen. Auch erforderliche Regenerationsmaßnahmen finden ihren Platz. Ein besonderes Highlight stellt meist die Besprechung von Video-Beispielen von Spielleitungen der Kader-Schiedsrichter dar.

Leistungsüberprüfungen
Im Zuge dieser Schulungsveranstaltungen werden kontinuierlich Leistungstests durchgeführt. Neben fordernden regeltechnischen Überprüfungen finden Lauftests statt, wobei dabei die zu erreichenden Limits weit über jenen liegen, die von Schiedsrichtern des Landesverbandes erreicht werden müssen.

Personelle Struktur:

Seit Herbst 2008 leitet der Bundesliga-Referee Thomas STEINER den NÖ Talente- und Sichtungskader. Der Obmann des Schiedsrichterausschusses Alois Pemmer überwacht die Aktivitäten in den Kadern und ist gemeinsam mit dem oben genannten Kaderleiter und den Kaderbetreuern für die Betreuung der Schiedsrichter verantwortlich.